Zeitigung und Schlupf

Nach der Ablage werden die Eier vorsichtig ausgegraben und in einen Inkubator mit geeignetem Substrat, z.B. Perlite oderVermiculit, gelegt. Die Zeitigungsdauer beträgt ca. 85 Tage bei 27° C und 95% Luftfeuchtigkeit. Als Substratbehälter haben sich durchsichtige Plastikdosen gut bewährt. Durch Feutigkeitsaufnahme vergrößern sich die weichschaligen Eier und nehmen bis zum Schlupf an Gewicht zu. Einige Tage vor dem Schlupf verfärben sich die Eier graublau, und auf der Schalenoberfläche bilden sich Tröpfchen. Kurze Zeit später werden die ersten Eihautschnitte sichtbar, die die kleinen Agamen mit ihrem Eizahn gesetzt haben. Ist die Eischale durchstoßen, stecken die Schlüpflinge den Kopf heraus und beginnen zu atmen. In dieser Position verharren sie Stunden oder Tage, um sich von dieser sehr anstrengenden Prozedur zu erholen. Wenn das Jungtier vollständig das Ei verlassen hat, wird es aus dem Inkubator genommen und in einen sauberen Behälter gesetzt, dessen Boden mit feuchtem, sauber zu haltenden Fließpapier bedeckt wird. Hier kann in aller Ruhe der Restdotter vom Jungtier resorbiert werden. Nach ca. 2 Tagen wird kontrolliert, ob sich die Bauchdecke vollständig geschlossen hat. Erst wenn dies der Fall ist, können die Jungtiere in 5er oder 6er- Gruppen in größere Plastik- oder Glasbecken gesetzt werden. Bei einem ausgewogenem Verhältniss von 50% tierischer und 50% pflanzlicher Kost wachsen die kleinen Agamen schnell heran. In dieser Wachstumsphase wäre ungefiltertes Sonnenlicht eine gute Unterstützung für den Knochenaufbau, falls das nicht möglich ist, sollte man das wachstum mit künstlichem UV-Licht unterstützen.

Aufzucht der Jungtiere

Die Einrichtung der Aufzuchtbecken sollte einfach und leicht zu reinigen sein. Feiner, rundkörniger Sand bildet den Bodengrund, als zweite Ebene im Terrarium wäre ein flacher Stein oder eine Baumscheibe, auf der mehrere Jungtiere Platz haben, empfehlenswert. Auf dieser zweiten Ebene sollte sich kein exponierter, erhöhter Sitzplatz mehr befinden, um frühzeitigen Rangordnungskämpfen zu entgehen. Diese Kämpfe werden bereits im Jungtierstadium erbittert ausgefochten. Ein permanent dunkel gefärbtes Tier, oder sogar Tiere, die mit erhobenen Vorderbeinen und geschlossenen Augen in einer Ecke stehen, müssen sofort in Einzelhaltung gebracht werden, da sie sonst an Stress eingehen! Manchmal reicht 1-2 Wochen Einzelhaltung und gute Fütterung bei diesen Jungtieren, um danach eine erneute Vergesellschaftung zu versuchen. Wenn die Kämpfe um die erhöhten, besseren Sitzplätze nicht nachlassen, so wird dieser Sitzplatz eben entfernt. Dadurch stehen alle Jungtiere auf einer Rangebene und stellen somit die Rangordnungskämpfe ein. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das alle zusammen gehaltenen Jungtiere etwa gleich groß sind. Gerade gestresste Tiere bleiben in der körperlichen Entwicklung oft zurück, und aus dem Brüderchen oder Schwesterchen wird ein Beutetier für die Größeren. Stehen mehrere Aufzuchtbehälter nebeneinander, muss durch einen Sichtschutz der Blickkontakt auf andere Aufzuchtgruppen unterbunden werden, da sonst die nächste Stress-Situation entsteht. Durch einen Strahler über dem Sonnenplatz wird den Tieren eine Aufwärmung auf ca. 33° C ermöglicht. Eine kleine Wasserschale rundet die einfache Einrichtung eines Aufzuchtbeckens ab.

Junge Agamen baden im allgemeinen sehr gern, oft wird die Wasserschale dafür verwendet. Unsere eigenen Tiere haben mindestens einmal die Woche in einer externen Plastikwanne dazu Gelegenheit. Zu Anfang liegen sie zwar fast bewegunglos in Wasser, aber dann gehts los: Es wird gepaddelt was die Beine hergeben, es wird getaucht und ausgibig getrunken. Nach den Bad werden die Tiere abgetrocknet und wieder ins Terrarium gebracht. Das so ein Bad bei einer problemlosen Häutung helfen kann, wird von vielen Haltern und Züchtern bestätigt.