Krankheiten der Bartagamen

Obwohl Bartagamen äusserlich einen fast unverwüstlichen Eindruck hinterlassen, kann es durch falsche oder nicht ausreichende Haltungs- bzw. Ernährungsbedingungen zu infektiösen ( virus, bakteriell, mykotisch (Pilz), parasitär) oder nicht infektiösen Krankheiten kommen, die nicht selten mit dem Tod des Tieres enden. Hierzu zählen z.B. Schäden der innerern Organe (sehr häufig Fettleber) durch Futtertiere oder Pflanzen, die durch Pestizide kontaminiert sind. Schlechte oder gar falsche Haltungsbedingungen und der hierdurch ausgelöste Stress können dafür sorgen, das selbst einfache Krankheiteserreger, die bei artgerechter Haltung durch ein gesundes Immunsystem bekämpft werden, in diesem Fall einen tödlichen Ausgang nehmen. Terrarien, in denen Zugluft vorhanden ist oder Inneneinrichtungen aus Kunststoff (Polyester-, Epoxydharz usw.), von denen nicht sorgfältig evt. Schleifstaub entfernt wurde, haben schon so manche Lungenentzündung ausgelöst. Aber auch ohne diese äusseren Einflüsse gibt es noch andere gesundheitliche Probleme,mit denen wir und die Agamen zu kämpfen haben. Die häufigsten sind:

1. Legenot: Hiervon sind besonders Wildfänge betroffen, gelegentlich aber auch Nachzuchttiere. Die Eiablage kann durch unterschiedliche Faktoren gehemmt werden. Stress, vermehrte Kalkausscheidung des Eileiters, der die normalerweise glatte Eihaut sehr rauh werden lässt, Vitamin A- und E-Mangel, der die Gleitfähigkeit der Uterus-Schleimhaut herabsetzt, sind hier die bekanntesten Umstände.

2. Häutungsprobleme und Nekrose: Bei unvollständigen Häutungen, manchmal hervorgerufen durch eine Stoffwechselstörung, muss die alte Haut "manuell" durch den Pfleger durch vorsichtiges "Abrubbeln" entfernt werden. Falls dies im trockenen Zustand zu schwierig ist, hilft ein warmes Bad, die Hautreste aufzuweichen. Werden die Hautreste nicht oder unvollständig entfernt, droht die Nekrose. Hier schnüren verbliebene Hautreste besonders zwischen den Zehen und an der Schwanzspitze die Blutgefäße so stark ab, das es zu einem Absterben des Gewebes durch eine unzureichende Sauerstoff-Versorgung kommt. Auch Verletzungen, z.B. Einklemmen des Schwanzes, können eine Nekrose nach sich ziehen. In fast allen Fällen hilft hier nur noch eine Teilamputation der betroffenen Gliedmaßen, um das Tier vor einer Vergiftung durch das abgestorbene Gewebe zu retten.

3. Krallenprobleme: Durch zu weichen oder falschen Bodengrund fehlt den Echsen die Möglichkeit, auf natürliche Weise ihre Krallen abzuwetzen. Hierdurch werden die Krallen zu lang und behindern das Tier in seiner Beweglichkeit. In diesem Fall müssen die Krallen vom Pfleger gekürzt werden, wobei darauf zu achten ist, das nur der nicht durchblutete Teil der Kralle geschnitten wird, da sonst ein neues Problem in Form einer Infektion droht.

4. Krebserkrankungen: Besonders bei Tieren ab dem 10. Lebensjahr treten gelegentlich Tumorbildungen auf. Genauere Untersuchungen, ob dies eine altersbedingte Erscheinung ist, liegen gesichert zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor.

5. Genetische Schäden: Aufgrund der intensiven Terrarienhaltung und -zucht ist eine zunehmende Tendenz von genetisch bedingten Krankheiten (z.B. Rollschwänze, Rückgratverkrümmungen) zu verzeichnen.

Viele Erkrankungen oder Probleme lassen sich durch Informationen über Haltungs- und Ernährungsbedingungen, die man sich vor dem Agamenkauf aneignet, vermeiden. Hierzu möchte ich auf die Literaturseite oder auf zahlreiche Agamenforen (Agamenforum) im Internet hinweisen, wo man wirklich alle benötigten Tips, Hinweise oder Hilfen bekommen kann.