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Geschlechtsunterschiede Zu diesem Thema bietet wohl jedes Buch und viele Züchter eine andere Methode an, um schon beim Jungtier zu erkennen, ob man "Männlein oder Weiblein" hat. Wirklich sicher ohne eine tierärtzliche Untersuchung (Endoskopie) ist nach meiner Auffassung aber keine. Aber auch die Endoskopie birgt Gefahren, z. B. durch die Narkose, die schon Tiere nicht überlebt haben. Schwierig dürfte es auch werden, einen versierten Tierarzt zu finden, der diesen Eingriff sicher durchführen kann. Auch wir haben uns am Anfang auf Aussagen von Verkäufern und Züchtern verlassen und mussten uns dann von den heranwachsenden Tieren eines besseren belehren lassen. Wenn mir heute jemand erzählt, er (sie) könne bei einem 4-5 Tage altem Tier das Geschlecht bestimmen, weiss ich, was ich davon zu halten habe! Bei adulten Tieren können folgende Merkmale helfen, die Geschlechter zu unterscheiden, vor allem, wenn man mehrere Tiere hat, ein Patentrezept kann und soll dies jedoch nicht sein: 1. Männchen färben bei Störung oder Erregung die Kehle (Bart) tiefschwarz, bei Weibchen ist diese Schwarzfärbung wesentlich schwächer ausgeprägt. 2. Männchen haben einen massiger wirkenden Kopf als Weibchen (fällt aber eigentlich nur bei einem direkten Vergleich auf) 3. Bei einem adulten Männchen ist der Schwanzansatz etwas dicker als beim Weibchen (auch nur im direktem Vergleich zu sehen) 4. Eine oft durchgeführte Methode: Den Schwanz vorsichtig und ohne Kraftaufwand mit der Schwanzspitze in Richtung Hinterkopf des Tieres biegen. An der Unterseite der Schwanzwurzel werden dann beim Männchen zwei Verdickungen sichtbar, die Hemipenistaschen. Beim Weibchen wäre bei dieser Methode nur eine Verdickung in der Mitte der Schwanzwurzel sichtbar(siehe Bild). Auch diese Methode ist nicht 100% sicher: Bei unseren damals 5 Monate alten Vitticeps führte es dazu, das wir unseren einzigen Bock weggaben, obwohl wir nach dieser Methode zwei haben sollten, aber dem war nicht so!! (Inzwischen haben wir ihn durch einen glücklichen Zufall wiederbekommen.) Unser Henrylawsoni-Männchen konnte nach dieser Methode bereits im Alter von 3 Monaten sicher bestimmt werden. Man sieht also, das die Methode doch sehr von den Tieren abhängt, da diese keine "genormten Verdickungen" aufweisen. 5. Ein weiteres Merkmal sind die Femoral- und Präanalporen, die beim Männchen stärker ausgeprägt sind als bei weiblichen Agamen. Bei diesen Poren handelt es sich um dornschuppenförmige Erhebungen an der Unterseite des Hinterbeine bzw. vor dem After. Auch diese Methode zur Geschlechtsbestimmung ist nicht immer sicher, da diese Poren bei den Tieren unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und ausserdem bei Jungtieren schlecht zu erkennen sind. Und wer will schon bei einem einzelnen Jungtier sagen, was stark oder schwach ausgeprägt ist, wenn Vergleichsmöglichkeiten fehlen?
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